Offener Brief der ArGe DDR-Spezial an den Vorstand des BPP

Einigermaßen verwundert haben wir in der ArGe DDR-Spezial bestimmte Aussagen von Dr. Hans-Karl Penning in seiner Rede auf der Tagung des BPP im Mai dieses Jahres zur Kenntnis genommen. Im Abschnitt „D wie DDR“ entsteht der Eindruck, dass die ArGe DDR-Spezial offenbar nichts Besseres zu tun hat, als mit vehementem Einsatz „Katalogfarben“ zu kreieren. Zugleich werden dem Leser unlautere Beweggründe für dieses mutmaßliche Tun suggeriert.

Hintergrund ist die seit nunmehr sechs Jahren ausgesetzte Prüfung der SBZ/DDR-Dauerserie „Köpfe I“. Damals wurde festgestellt, dass die Grundlage für eine einheitliche Prüfpraxis durch die zuständigen BPP-Prüfer nicht gegeben war und als Konsequenz dessen wurde zu Recht die Prüfung dieser Serie ausgesetzt. Zugleich wurden die Prüfer vom BPP aufgefordert, in Zusammenarbeit mit der ArGe DDR-Spezial den aktuellen Forschungsstand zu fixieren und eine gemeinsame Grundlage für eine einheitliche Prüfung neu zu erarbeiten.

Ein in Zusammenarbeit zwischen Prüfern und ArGe entstandenes Konzept, welches sowohl den aktuellen Stand der Forschung widerspiegelt, als auch als Grundlage für die Prüfung dienen kann, ist nunmehr seit ca. einem Jahr fertig. Darauf basierend könnte jederzeit eine entsprechende Katalogisierung realisiert und die Prüfung dieser Serie wieder eingesetzt werden. Um diese Entscheidung haben wir den Vorstand des BPP in den letzten Monaten mehrfach gebeten. Diese Aktivitäten jetzt so darzustellen, als käme es uns in erster Linie darauf an, neue Farben zu dieser Serie zu katalogisieren, ist in unseren Augen eine Verdrehung der Tatsachen und wird unserem Engagement nicht gerecht. Zugleich wird hier Ursache und Wirkung vertauscht: Waren es doch vor allem die damals katalogisierten Farben (die nicht die ArGe DDR-Spezial zu verantworten hat), die für Unmut sorgten und deren Bestimmung nicht mehr konsistent erfolgte. Wenn daraufhin die Forderung erhoben wird, einen aktuellen Forschungsstand auszuarbeiten und die Ergebnisse mit allen Beteiligten abzustimmen, müssen in Folge dessen neue Erkenntnisse - auch in Bezug auf Farben - möglich und erlaubt sein.

Ein Wort noch zu den technischen Hilfsmitteln der Farbforschung, die von Mitgliedern der zuständigen Fachgruppe innerhalb der ArGe DDR-Spezial benutzt wurden: Es war nie daran gedacht, dass diese Technik einmal die visuelle Farbbestimmung ablösen soll. Aber sie erlaubt es objektiver als es das Auge je könnte, Forschungsfarben sicher voneinander zu trennen. Die auf dieser Grundlage aufgebauten Farbtafeln können anschließend viel genauer und einheitlicher als bisher zur visuellen Farbbestimmung dienen. Dieser Unterschied sollte beachtet werden, bevor man pauschal die Forderung erhebt, technische Hilfsmittel aus der Farbforschung auszuschließen.

Wir rufen den neugewählten Vorstand des BPP dazu auf, jetzt die entsprechenden Beschlüsse zu fassen und auf Grundlage des eingereichten Sachstandes die Prüfung der Dauerserie „Köpfe I“ im Interesse aller Sammler wieder einzusetzen.

Im Auftrag des Vorstandes der ArGe DDR-Spezial

Henry Biebaß

Diese Erwiderung liegt der Zeitschrift Philatelie zur Veröffentlichung vor.