Für die Walter Ulbricht Dauerserie wurden amtlich besondere ErstTagsBriefUmschläge gefertigt, sie werden hier folgerichtig als ETBU bezeichnet. Für spätere Ersttage kamen die amtlichen allgemeinen ETBU zur Verwendung.

Die Untersuchung bezieht sich auf die von der Versandstelle blanko gefertigten Ersttagsbriefe.

Die mit Zudruck verzierten ETBU wurden nach verschiedenen Schemata beklebt und einem Abschlag des Tagesstempels versehen. Ergänzend befindet sich auf den ETBU ein weiterer Stempel „AUSGABETAG“ und der Wiederholung des Ausgabedatums, der auf das Besondere hinweisen soll.

Demnach bestehen die Ersttagsentwertungen auf ETBU aus 3 Merkmalsgruppen.

1. Prägetypen des Zudruckes

2. Zusatzstempel „AUSGABETAG“

3. Tagesstempeln

In die Analyse einbezogen ist auch die Rückseite des Umschlags, die Verschlußklappe .



Im VEB Stahlstichdruck Greiz wurden die ETBU in zwei Druckgängen hergestellt, ein Druckgang betraf den farblosen Prägedruck, der andere Druckgang den Schriftzug "ERSTTAGSBRIEF".

Die Einteilung in drei Grundtypen bezieht sich auf die Ausführung des Prägedruck des Staatswappens sowie der Inschrift, jedoch nicht auf die Farbe der Schrift.

Die Nummerierung der Typen entspricht der wahrscheinlich zeitlichen Reihenfolge der Änderung der Prägezeichnungen.

Bei den ersten beiden Typen ist die Inschrift gleich.

bes. ETBU I
Schrift: 36 x 3,3 x 0,4 mm
bes. ETBU II
Schrift: 36 x 3,3 x 0,4 mm
typische Unterscheidungsmerkmale sind die Bandschleifenenden

Für die dritte Grundtype wurde ein weiterer Prägestempel für das Staatswappen eingesetzt, der kurze Zeit später noch einmal geändert wurde.

4 linke Bandschleifenenden
3 rechte Bandschleifenenden
Abstand Hammerstiel Fahne eng
bes. ETBU III1.1
3 linke Bandschleifenenden
4 rechte Bandschleifenenden
Abstand Hammerstiel Fahne weit
bes. ETBU III1.2
bes. ETBU III1
Schrift: 36 x 3,3 x 0,4 mm
beide Untertypen weisen die gleiche Schriftgröße und Stärke auf

In beiden unteren Bildern entspricht der Prägestempel der Type III1.2
Es wurden Veränderungen in der Ausführung der Inschrift ERSTTAGSBRIEF vorgenommen.

bes. ETBU III2
Schrift: 36 x 3,35 x 0,5 mm
bes. ETBU III3
Schrift: 37 x 3,2 x 0,4 mm
die Prägung des Saatswappens entspricht dem ETBU III1.2 , die Schriftgröße und -form ist hier geändert

Bis zur Ausgabe der Werte zu 1,- und 2,- MDN Werte im Großformat am 10. 2.1965 kamen diese bes. ETBU zur Anwendung.

Für alle späteren Ausgabedaten wurden die allgemeinen ETBU amtlich verwendet.

Abweichungen hiervon sind nachträglicher Fertigung für den Buch-Export zuzuschreiben.

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Der allgemeine
ETBU

Am 16.08.1954
das erste Mal für
die MiNr. 431
verwendet


Die blaue Farbe wurde bei den folgenden allg. ETBU weggelassen, so dass sie wie unten aussahen.

Die Inschrift ERSTTAGSBRIEF wurde zusammen mit dem Posthorn in einem Druckgang aufgebracht. Beide verändern ihr Aussehen, die Farbe ist in die Untersuchung nicht einbezogen.

Die Zeichnung des Posthorns dient als Ansatzpunkt für die Untersuchung.

Hauptunterscheidungsmerkmale sind das Mundstück, die Spiegelpunkte des Schalltrichters und die Fransen der Kordel. Deutlich kann man 8 Posthörner unterscheiden.

Die verschiedenen Inschriften sind nicht dargestellt, weisen jedoch auch Unterschiede auf.


Auch die allg. ETBU können in drei Grundtypen eingeteilt werden. Dazu bietet sich der im farblosen Prägedruck hergestellte Schriftzug "Deutsche Post" besonders gut an.

Folgende drei Hauptmerkmale haben sich heraus gestellt:

allg. ETBU I
allg. ETBU II
allg. ETBU III
im Prägedruck der Inschrift "Deutsche" sind die Unterschiede deutlich
fette Buchstaben, die Haken am "D" sind abwärts gerichtet
dünne Buchstaben, die Haken am "D" sind abwärts gerichtet

fette Buchstaben, die Haken am "D" sind aufwärts gerichtet


Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, die sogenannte Sterbe-Marke vom 8. August 1973, MiNr. 1870, die nicht zur Dauerserie gehört, jedoch die Zeichnung der Mark-Werte der DS hat, wurde auf ETBU der nachfolgenden allg. ETBU-Typen IV - VI, die eine wesentlich andere Zeichnungsform haben, gefunden. Amtlich wurde der Sonderstempel zum Ausgabeanlass verwendet.


Die Zusatzstempel "AUSGABETAG"

Als besonderen Hinweis auf den Ausgabetag von Briefmarken gab es auch bei der DDR-Post einen achteckigen Kastenstempel mit obenseitig eingebrachtem Postsymbol, darunter zentriert das Wort AUSGABETAG, im unteren Drittel das jeweilige Datum.

Als postalischer Stempel mit dem Hinweis auf Besonderheiten der Sendung ist er als amtlicher
Z(usatz) S(tempel) zu bezeichnen.

Eingesetzt wurde der Stempel nur, wenn

1. die Ersttagsentwertung von der Versandstelle Berlin (Amtsname wechselte) vorgenommen werden sollte und

2. zu der betreffenden Ausgabe die Versandstelle keinen Sonderstempel führte

Für die Dauerserie Walter Ulbricht traf die 2. Bedingung für alle Ersttage zu.

Der Stempelabschlag steht immer in Verbindung mit einem von der Versandstelle geführten Tagesstempel, mit dem die Marken entwertet wurden.

In den 10 Jahren zwischen dem ersten und letzten Erstausgabetag gab es auch Änderungen der Zusatzstempel, die vermutlich nicht alle beabsichtigt waren.

Die Klassifizierung bezieht sich auf Rahmen und Symbole, innerhalb derer es die Ziffernarten-
und -stellungsvarianten untereinander und im Rahmen gibt.

Die bemerkenswertesten Unterschiede bilden die Kastengrößenunterschiede Type 1 und der Folgetypen, die vermutlich in der Änderung der Technik für den Datumswechsel begründet waren.

Type 1: Einschub einzelner Ziffern und Punkte zum Datum (kleiner Kasten)

Type 2: Einbau eines Datumszählwerkes wie bei Tagesstempeln (großer Kasten)

Bei der Type 1 können zwei Arten unterschieden werden:

ZS 1.1.: die Rahmenbreite beträgt 29 mm und die Rahmenhöhe mißt 17,5 mm. Der Innendurchmesser der Schnecke des Posthornes ist 4,3 mm, die linke Kordel schließt bogenförmig ab. Die Buchstabenhöhe der Schrift „AUSGABETAG“ ist gleichmäßig 3 mm

ZS 1.2.:die Rahmenbreite beträgt 29 mm und die Rahmenhöhe mißt 18 mm. Der Innendurchmesser der Schnecke des Posthornes ist 3,8 mm, die linke Kordel schließt fransenartig ab. Die Buchstabenhöhe der Schrift „AUSGABETAG“ ist ungleichmäßig, das 2. und 3. „A“ und das „E“ messen 3 mm, alle anderen Buchstaben sind unterschiedlich größer, bis zum „S“ mit 3,5 mm



Mit der Ausgabe der Werte zu 25 Pf, 30 Pf und 40 Pf am 02.01.1963 erscheint eine Variante des ZS 1.2. In allen Aussagen zu dem obigen ZS 1.2. identisch, unterscheidet er sich in der Form des Rahmens. Dieser ist auf der linken oberen Hälfte gerundet, so daß der Rahmen nur noch 7 eckig wirkt.
Der Einfachheit halber und zur Unterscheidung wird der
ZS mit unbeschädigtem Rahmen als ZS 1.2.1. benannt und der mit abweichendem Rahmen als ZS 1.2.2. bezeichnet.

Die Datumsleiste im kleinen Kasten wurde aus Einzellettern zusammengesetzt und in den Rahmenstempel geschoben und arretiert. Für das gleiche Stempeldatum treten unterschiedliche Zifferngrößen und
auch -abstände auf. Für die Zusammensetzung der Datumsleiste gab es sicherlich keine Vorschrift, jede Ziffer lag mehrfach in unterschiedlichen Arten vor, nur das Jahr als Datumsblock (ab 1964 in anderer Zifferntype).

Es gab auch Einlieferungen aus dem Land mit der Bitte um FDC-Stempel Blankorücksendung oder per Adresse, die bis 7 Tage nach dem Ausgabetag eingeliefert sein mußten.

An vielen Tagen wurden sicher die FDC gestempelt.

Die Vermutung liegt nahe, nach Arbeitsschluß wurde die Datumsleiste entfernt, geleert und bei Bedarf neu bestückt, - so wurde willkürlich gesetzt, selbst bei gleichem ZS-Typ und gleichem Ausgabetag sind Abweichungen von der Mittigkeit und Ziffernform unterschiedlich kombiniert festzustellen.

Verwendet wurde ZS 1.2.1 bis 11. 2. 63., bei späteren Ausgaben erscheint er nicht mehr. Offenbar wurde der ZS 1.2.1. in der Periode der Abstempelungen dieser Ausgabe beschädigt.

ZS 1.2.2. mit Datum 2. 1.63. stammen aus Ersttagsbrief-Nachfertigungen.

Die Arten der ZS-Stempeltype 1. wurden letztmalig für die Ausgabe des 80 Pf Wertes am 06.12.1967 verwendet. Für die weiteren Ersttage kam nur ZS 2. zum Einsatz.

Auch bei der Type 2 können zwei Arten unterschieden werden:

ZS 2.1 die Posthornschnecke wirkt schlank, der Innendurchmesser beträgt 4mm, die Schnecke ist nur im oberen Teil schlanker: 0,9mm, sonst 1,1mm, das Mundstück ist parallel keglig

ZS 2.2 die Posthornschnecke wirkt dicker, der Innendurchmesser mißt 3,9mm, die Schnecke ist gleichmäßig 1,1mm stark, das Mundstück unsymmetrisch

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Die verwendeten Tagesstempel BERLIN W8 kennzeichnen sich durch ihre U(nterscheidungs)B(uchstaben). In alphabetischer Reihenfolge sind bisher die Stempel: UB ab; UB ad; UB an; UB ao sowie der UB zz nachgewiesen.

Für die Tagesstempel 102 BERLIN 2 sind die Unterscheidungsbuchstaben ad; UB ae und UB af bekannt.

Weitere fünf Tagesstempel mit dem Postamtsnamen BERLIN ZAW haben die UB a; UB b; UB d (schmal);
UB d (fett) und UB e

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Infolge nachträglicher Aufträge zur Herstellung von Ersttagsbriefen sind zahlreiche Varianten der ETBU,
bis zur Verwendung anderer Wertstempeltypen, bekannt.

Hinweise und Ergänzungen sind erbeten