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hk94

(Member)

geändert von: hk94 - 20.12.08, 18:07:26

Guten Tag,
angesichts des Hettinger Angebotes der aktuellen Auktion und der 460EX G von Jurek möchte ich hiermit das Thema Exportauflage zur Diskussion stellen. Ab MICHEL-Nr. 315 bis 478 gibt es DDR- Briefmarken die ohne Gummierung mit den immer gleichen Abstempelungen zwecks Devisenbeschaffung in den Export gingen. Die Auflagen betragen 200.000 für die ersten und später 300.000Stück. Streng genommen sind diese Druckerzeugnisse keine Briefmarken.
Immer wieder tauchen Auktionsangebote auf in der Marken dieser Auflage die teils abweichende Wasserzeichen haben als Besonderheiten verkauft werden. Beispiele: 403XI, 463YI oder 478XI.
Besonders heftig finde ich Los 5240 Seite 350 von http://www.hettinger-auktionen.de
für 500Euro. Herr Schönherr hat die Marke attestiert.
Die Werbung befindet sich auf der letzten Seite unseres aktuellen club-journals. Ich bin etwas zwiegespalten da Sammler für Ihr fehlendes Wissen selbst verantwortlich sind. Andererseits ist grob fahrlässig Marken als Seltenheiten anzubieten, die häufig sind und betrügerisch, wenn die Philatelisten in den Auktionshäusern sich dieses Umstands bewußt sind und trotzdem "Raritäten" anpreisen.
Ich möchte hier nachfragen wer diese Teilauflage der frühen DDR inclusive der philatelistischen Abstempelungen sammelt und wie die Häufigkeit der angesprochenen Ausgaben von den Diskussionsteilnehmern gesehen wird.
Höflichst
hk94
überrascht
20.12.08, 16:23:11

Jurek

(Senior Member)

Guten Tag!

Zitat:
Andererseits ist grob fahrlässig Marken als Seltenheiten anzubieten, die häufig sind und betrügerisch, wenn die Philatelisten in den Auktionshäusern sich dieses Umstands bewußt sind und trotzdem "Raritäten" anpreisen.

Sie haben da wohl wirklich ein Schwindel aufgedeckt! zwinkern

Die Briefmarke, auf die Sie sich beziehen, ist mit dem Ersttagstempel entwertet, und ist mit dem Wz. der Type I.
Im MICHEL steht der Preis bei mir mit 2,- € oder 1 Euro (falls Gefälligkeitsabstemplung vorliegt, was wohl dies der Fall wäre…[?] Auf meinen auch.).

Die Fakten:
1) Im ATTEST vom Herrn Schönher steht nur lediglich (anders als in meinem ATTEST zur 460G), dass die Wz.-Type I die seltene ist. Das besagt aber überhaupt nichts Konkretes darüber, wie viele Stück davon existieren! Während auf Meinem ATTEST vom BPP Paul steht deutlich ein „UNIKAT“ d.h. nur ein bis jetzt bekanntes Stück!
2) Im Hettinger-Aukt.-Katalog (übrigens ich habe den Eindruck, dass Hettinger nicht wirklich sich professionell mit so manchen DDR-Briefmarken auskennt) steht aber: „bislang kein weiteres Stück bekannt“ (genauso in seiner Werbung in unserer Vereinszeitschrift), was bedeuten würde, dass das auch ein UNIKAT ist, weil bis jetzt kein weiteres Stück davon bekannt ist.
3) Daran zweifle ich sehr, sowohl von der Preisgestaltung her im MICHEL (wo Herr Paul auch was darüber gewusst hätte, als ich vergangenen Sommer ihn danach [allg.] fragte), und andererseits, das kann kein Unikat sein, da ich in meiner Sammlung auch (mind.) ein Stück davon habe.

Was Sie, werter Herr hk94 da sehr aufmerksam anschneiden, scheint tatsächlich eine gewaltige (im Grunde genommen eine Frechheit) „Ente“ zu sein!
Falls ein unbedachter Sammler, der so eine Marke nicht hätte, im Vertrauen dafür 500,-- Euro geboten hätte (da kommen ziemlich fette Gebühren auch noch dazu), dann wäre dieser unbedarfter Käufer m.E. wirklich ordentlich getäuscht worden!
Und wenn der Unwissentlich bliebe (das z.B. für die Enkel aufheben über lange Jahre hinweg), dann wäre auch mit der Reklamationszeit wohl auch vorbei! …

Ich möchte bloß wissen, woher das Haus Hettinger so genau meint zu wissen, dass sich bei dieser Variante um ein Unikat („bislang kein weiteres Stück bekannt“) handelt?
Denn wenn das falsch ist (und offensichtlich ist das auch so), dann wäre das (wenn auch ungewollter/unwissendlicher) leichtfertiger Betrug für ein Haus, der einen Namen hat zu führen.

Darüber hinaus ist wohl (?) die ArGe „DDR-Spezial“ für die mitfinanzierenden Werber (der Richtigkeit der Angaben dieser Werbung) im „Club-Journal“ nicht verantwortlich(?), aber dennoch finde ich so was peinlich genug …
Scheinbar ist das auch niemanden anderen aufgefallen, als unserem aufmerksamen Leser @hk94. (?)

Über die Häufigkeit dieser Type kann ich pers. leider nichts (derzeit) Konkretes schreiben, aber WENN davon „bislang kein weiteres Stück bekannt“ geworden sein sollte, möchte ich hier im Anschluss noch ein weiteres Stück aus meiner Sammlung präsentieren.

Und ich bedanke mich sehr herzlich bei unserem Mitschreiber hk94 für so eine aufmerksame Betrachtung und Aufdeckung so einer „Ente“, was einfach eher Scha(n)de ist…
Dateianhang (verkleinert):

 451 XI.jpg (77.13 KByte | 9 mal heruntergeladen | 694.18 KByte Traffic)

20.12.08, 18:09:52

hk94

(Member)

geändert von: hk94 - 18.02.09, 21:14:07

Als Standartwerk zur Exportauflage gilt die Publikation: "Amtliche Entwertungen für Philatelistische Zwecke" von Heinz-Jörg Schönherr; Heft 5 in der Schriftreihe zum Sammelgebiet DDR aus dem Jahr 2000, veröffentlicht über unsere ArG "DDR-Spezial".
Hier sind fast alle der verwendeten Abstempelungen sowohl bei Sonderstempeln als auch bei Berlin- W8, W9 oder C2 sowie N4 Stempeln aufgeführt. Mit der Unterteilung der Werte nach Wasserzeichen wurde begonnen.
Stellenweise ist die Abgrenzung zwischen Normal- und Exportauflage unscharf. Eine Aktualisierung mit der Zuordnung der einzelnen Wasserzeichen zu den jeweiligen Abstempelungen und eine Einschätzung der Häufigkeit steht aus.
Wenn man schon dabei ist, können noch Abarten wie fehlende Abstempelungen, Farb- und Papierbesonderheiten erwähnt werden.
Ich möchte das Sammelgebiet ungern allein bearbeiten. Also Beiträge sind hoch willkommen.
Beste Wünsche
hk94
20.12.08, 18:28:03

Jurek

(Senior Member)

Die genannte Schrift habe ich. Aber es ist (wie Sie schreiben) schwierig (und noch ausständig) die Auflagen immer richtig einzuschätzen, besonders bei gewissen Einzelstücken.
Manchmal liest man auch im MPF-„Was nicht im Katalog steht“, dass gar manche Dokumente nicht immer die richtige Auflagenhöhe angeben……
Ein schwieriges Kapitel … Ob wer hier darüber so gut informiert wäre? …
Schade, dass etliche Profis die Möglichkeit hätten, nicht die Zeit oder Lust oder… haben hier mitzuschreiben.

Beste Sammlergrüße! zwinkern
20.12.08, 18:37:41

hk94

(Member)

geändert von: hk94 - 12.02.09, 13:21:27

Guten Tag,
die 451XI mit Attest Schönherr wurde bei Hettinger für 900Euro zugeschlagen.
Hoffentlich sammelt der Käufer auch weiterhin Briefmarken.
In meinen Beständen fanden sich weniger als 15 Stück 451XI. Ob das als Kriterium für "selten" wie Herr Schönherr in seinem Attest schreibt, reicht möchte ich nicht beurteilen.
Viele Grüße
Dateianhang (verkleinert):

 Expo.jpg (130.34 KByte | 8 mal heruntergeladen | 1.02 MByte Traffic)

12.02.09, 13:20:25

deswu

(Member)

Seltenheit

Vielleicht muss man die "Seltenheit" beurteilen, ob es sich um bedarfsgestempelte oder "amtliche Entwertungen für philatelistische Zwecke" handelt.
18.02.09, 14:33:56

Jurek

(Senior Member)

geändert von: Jurek - 18.02.09, 18:34:04

BERLIN W 8“-Entwertung, das ist keine Bedarfs- sondern Entwertung für philatelistische Zwecke.
Aber unabhängig davon könnte es eine ‚Seltenheit’ sein, wenn davon nur rel. wenige Stück mit dem Wz. 2XI bekannt wurden. (???) =(Wie meinte der A. Einstein? „Alles ist relativ“?…).
Mein MICHEL gibt die DDR-MiNr. 451XI mit 1,-- M€ für ø (auch wenn an sich das nicht verwundert, da die DDR-Markenpreise sind m.E. nicht sehr reell angepasste Preise – aber da sieht man auch, was aus 527 wurde = von 0,70 ME auf 450,-- ME!), aber laut HETTINGER-Auktion wird mal ‚behauptet’ (UNABHÄNGIG DER ENTWERTUNG! Aber wohl auf der Grundlage eines ATTESTes vom BPP Schönherr), dass sich dabei um seltene Wz-Type handelt, nämlich das Wz. der Type I.
Ausruf für so eine Marke 500,-- €, Zuschlag 900,-- €! überrascht
Keine Ahnung, was die Herren damit veranstalten. Aber die Behauptung: „bislang kein weiteres Stück bekannt“, die kann (nicht nur) ich widerlegen, z.B. mit meiner oben abgebildeten Marke mit dem Wz. der Type I.
Darüber hinaus, diese Behauptung ist m.W. nicht gestützt! Auf meinem ATTEST steht „Unikat“ und da gilt das, aber nicht, wenn der Herr BPP Schönherr das nicht attestiert hat! (?)
= Also hierbei (wegen "Seltenheit"), geht es m.E. NICHT um die Entwertung, sondern um die Wz-Type. zwinkern

Grüße!
18.02.09, 16:09:26

deswu

(Member)

„[b]BERLIN W 8[/i]“-Entwertung, das ist keine Bedarfs- sondern Entwertung für philatelistische Zwecke.

Es wäre möglich, dass die Marke mit gleichem Wz. mit unterschiedlicher Entwertungsart unterschiedlich oft bekannt ist, häufig oder selten. So kann die Entwertungsart letztlich eventuell bestimmend sein, ob ein Wz. selten oder häufig ist.
"Selten, Unikat" kann zum Zeitpunkt der Prüfung richtig gewesen sein. Mit der Veröffentlichung der Wz.-variante wurde vielleicht erst danach gesucht und die "Seltenheit" durch weitere Funde dementiert.
Ein Auktionatorteam kann bei der Vielfalt der Philatelie nicht alles wissen und nachprüfen und wird sich vor allem auf aktuelle Attestierungen eher verlassen, einen eventuellen Regreßanspruch an den Einlieferer weiter reichen, der vielleicht in gutem Glauben (gemäß Attest) sein Los beschrieb.
gruß deswu
18.02.09, 17:30:53

Jurek

(Senior Member)

Zitat:
Es wäre möglich, dass die Marke mit gleichem Wz. mit unterschiedlicher Entwertungsart unterschiedlich oft bekannt ist, häufig oder selten. So kann die Entwertungsart letztlich eventuell bestimmend sein, ob ein Wz. selten oder häufig ist.

Ja, manche Ausgaben, die Gefälligkeitsentwertung aufweisen, kommen manchmal (soweit bekannt) nur mit einer Wz-Type, während die Bedarfsentwertungen, auch mit zwei Wz.-Typen vorkommen (oder nur mit einer anderen). – Es gibt so verschiedenes…
Daher könnte man berechtigt fragen, ob die seltenere Wz.-Type nur mit Gefälligkeitsentwertung vorkommt? Oder auch mit Bedarfsentwertung?
Ich denke aber, dass in dem speziellen Fall, geht es nur um die Wz-Type (unabhängig Entwertung oder ** = zumindest bis jetzt).

Zitat:
"Selten, Unikat" kann zum Zeitpunkt der Prüfung richtig gewesen sein. Mit der Veröffentlichung der Wz.-variante wurde vielleicht erst danach gesucht und die "Seltenheit" durch weitere Funde dementiert.

Nun, belegt ist es (wohl) nicht, dass der Prüfer (es liegt ATTEST vom BPP Schönherr vor) was von „UNIKAT“ gemeint hat! –(wie auf meinem ATTEST vom BPP Paul). Nur das Auktionshaus schreibt indirekt davon, weil (angeblich) kein weiteres Stück davon bekannt sein soll. – Aber auch welcher Grundlage? Herr Schönherr schrieb das auf dem ATTEST nicht!
Herr Schönherr hat nur gemeint, dass das Wz. in einer „seltenen Type I.“ ist. Nicht mehr, nicht weniger. Aber das kann verschiedenes bedeuten… Aber wie selten, besagt es nicht.

Außerdem ist dieses ATTEST (06.10.08) wie auch Auktion „ganz neu“.
Außerdem ist die Auktion schon Geschichte =(16./17. Januar 2009!).
Immerhin wurde nicht nur die 500,- € Startpreis erzielt, sondern gar der Zuschlag von 900,-- Euro! = Also muss es was dran sein, dass die Bieter solche Marke nicht kannten. Sonst gibt man doch nicht ein Vermögen dafür aus! überrascht

Ich wundere mich, dass Herr Paul auch nichts da erwähnte, als er mir die Preisänderungsliste in die Hand drückte, als ich ihn danach fragte…

Dass diese Marke so teuer sein soll, das wundert mich schon. …

Beste Sammlergrüße Ihnen! zwinkern
18.02.09, 19:00:08

hk94

(Member)

Guten Tag,
na da spazieren die Herren ja ums Ei.
Im Anhang 2x451XI mit Berlin W8 kk-Entwertung. Irgendwie traue ich mich nicht "Stempel" zu schreiben.
Der 2Kreisstempel Berlin W8 kk ist ja ein bunter Hund weil er eben nicht für die Abstempelungen auf Bestellung vom Postamt W8 sondern für den Schalterdienst im Gebrauch war. Doch der sieht anders aus.
Die mir vorliegenden Marken von 450/1 der Exportauflage tragen die Abschläge Berlin W8 ab, z + kk. Die bei Hettinger versteigerte Marke ist und hier lehne ich mich aus dem Fenster ebenfalls von der Exportauflage und kein Exemplar der Orginalauflage mit einem realistischem Barwert von unter 10Euro.
Liebe Grüße
hk94
Dateianhang (verkleinert):

 Ex451XI.jpg (89.82 KByte | 7 mal heruntergeladen | 628.76 KByte Traffic)

18.02.09, 21:01:54
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