Unmögliche Möglichkeiten?

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22.10.11, 18:25:57

Jurek

Auch wenn es hier um Briefmarken geht, die nicht direkt (aber indirekt) mit DDR Sammelgebiet was zutun haben, finde ich es wichtig mal hier auch ein Link aus einem anderen Forum reinzustellen: http://www.philaforum.com/forum/thread.php?postid=260478#post260478
Ich habe zwar einige Jahre beruflich in der Druckerei verbracht, aber ich bin kein Drucker, sondern Buchbinder vom Beruf.
Dennoch würde ich auch den Prüfern empfehlen mal sich eine Druckerei genau anzusehen und vielleicht manches sich dort erklären zu lassen um zu verstehen, was überhaupt bei Drucken möglich ist und was nicht…
Leider durch Desinformation laufen nicht nur unter einfachen Sammlern viele Mythen herum…
23.10.11, 09:35:04

Lumpus2000

Hallo Jurek,
genau das ist der Grund warum ich keine (teuren) "Farben" sammle ;)
Ich kaufe keine Marken mit teuren Farben für meine Sammlung an und wenn mir mal eine in die Finger kommt, da wird die ganz schnell wieder verkauft (z.B. ex 244a,b,c)
Das Beispiel aus dem Philaforum ist der beste Beweis (meinen Senf habe ich dort auch abgeladen)
Viele Grüße Swen
23.10.11, 11:20:41

Jurek

Hallo Swen!

Ein seltener Besuch von dir, bzw. (hier in Forum) von Ihnen. Freue mich darüber! :)
Nun ja, gegen 244a ist nix zu sagen… ;)

Vor allem (abgesehen von Sammlern in Philaforum) sollten mal Leute, die sich Profis nennen und gar vor allem im BPP dabei sind (d.h. auch vereidete Prüfer mit Verantwortung), die sollten auch anfangen manchmal nur mal logisch zu denken. Frage: Wie ist es technisch überhaupt möglich, dass so perfekt ohne Übergang neben „a“ auch eine „b“ Farbe gleichmäßig in einem Bogen vorkommen kann, und nicht nur in waagerechter sondern auch in senkrechter Kombination innerhalb eines Bogens!
Wer halbwegs auch nur darüber aus dem Allgemeinwissen heraus nachdenkt, dem ist alles klar, wie solche Abweichungen zustande kommen können und wie sie nicht kommen können.

Damals in den 40ger Jahren, gab es keine moderne noch neue Druckmaschinen. Was Besseres, wurde sowieso dann von den Russen verpackt und nach Russland überführt, wo die dann vor sich rosteten! = Ich habe das im TV-Dokumentation „Wir Deutschen“ gesehen!
Die alten abgenützten Maschinen, mussten irgendwie zu Recht gebracht werden, um halbwegs damit zu drucken. Und die Drucker waren doch nicht dumm, die die abgenützten Teile oberflächenmäßig ebenen mussten. Die wussten genau an welchen Stellen die Briefmarkendrucke kamen und zwischen denen gab es die „Verbindungsnaht“ der „Ebenen-Ausgleichstücke“, die im Ganzen doch unterschiedliche Ebene ergaben. Die Drucker wussten, dass das nicht über die Bilder durchlaufen kann.
Nur deswegen ist das so perfekt möglich gewesen, dass auf den Bögen so genau auf die Marken die Farbtöne gleichmäßig nebeneinander getrennt wurden.

Außerdem andere Logik: Mit einer (Misch)farbe, kann man innerhalb eines Bogens keine zwei andere Farben drucken, was ein Ding der Unmöglichkeit ist! Auch ein Druckermeister hat mir das auch bestättigt.
Der Prüfer bräuchte auch allein nur mal logisch nachzudenken, wie einst ich mit DDR-Bl.12FII. Soo schwer zu kapieren wäre das nicht… ;) Aber aus „Tradition“[?] stempeln die da was drauf los! Was tun die überhaupt bei ihren BPP-Treffen bereden??

Prinzipiell aber nix gegen echte Farbunterschiede! Etliche Ausgaben wurden in mehreren (mind. 2) Auflagen gedruckt, bei denen die Farbmischung anders gewesen war, und somit diese sehr wohl in verschiedene Farben zu trennen sind. Auch das Beispiel mit MiNr. 439aII und 439bII zeigt deutlich, wie damals am besten Willen nicht so einfach möglich (gar oft unmöglich!) gewesen ist, die Farben wieder gleich zu mischen!
Aber man soll eben begreifen wollen, welcher Unterschied besteht zwischen FARBEN und FARBTÖNEN, und wie es scheint, das bereitet auch so manchen BPP-Mitgliedern Probleme…

Schönen Sonntag! ;)
29.10.11, 14:47:02

Reintjedevos

Jurek,

wie schön dass du auch nicht so begeistert bist von Prüfer!

Ich bin mehr oder weniger verrückt mit meinem Papierlaufrichtung aber ich kann es immer ohne Spektral-analyse, X-Röntgen oder Computer Tomographen zeigen....

Aber was für eine Phantasie hat man hier um zwei unterschiedliche Farben zu sehen??? Das heisst vielleicht Überkatalogisierung wie Carsten es formulierte ;)

Zitat:
Original von sammlerfreund http://www.philaforum.com/forum/thread.php?postid=260479#post260479


Hallo Jurek,

frisch vom Prüfer zum zweiten.





SBZ 83 im Zweierstreifen, mit Farbübergang von b zu a.
(also von brünlicholiv zu dunkeloliv)


Grüsse sammlerfreund


Die Papierlaufrichtung ist hier sehr gut zu sehen:



schwarze Pfeil als Papierlaufrichtung und die blaue Linien mit Rhomben bei die symmetrische Siebstruktur [Leinwandbindung]

Zitat:
Original von Jurek http://www.philaforum.com/forum/thread.php?postid=260601#post260601


Normalerweise für Sammler ist oft die Abgrenzung schwer festzustellen, und auch manchmal für Prüfer, die nur mit ihren Augen prüfen, auch nicht immer. Es könnte aufgrund von schlechter Kommunikation und Austausch/Vergleich unter den Prüfern so kommen, wie es bei den DDR Prüfern war …… (näher möchte ich hier darauf nicht eingehen).
Jedenfalls hängt es viel vom Vergleichsunterlagen des Prüfers ab, und nicht nur dem……

Farbtöne sind immer nur EINE FARBE von hell bis dunkel.

Farben sind Spektralphotometrisch schon davor als Vergleichsmaterial des Prüfers definierte deutliche Unterschiede in Farbpigmenten (bei „a“ vorkommend, bei „b“ nicht vorkommend, oder umgekehrt), die resultiert auf verschiedenen Auflagen und durch erneute Farbmischungen (meist nur bei älteren Ausgaben, wo man nicht digitalgenau die Farben mischen konnte, bzw. die mit Spektrometer im Vordruck vergleichen konnte) wo die Grundfarben unmöglich zu damaliger Zeit, ohne der heutigen Technologie, wirklich 100% richtig nachgemischt werden konnten = auch Beispiel DDR-MiNr. 439bII, wo man sich vergebens bemühte die 439aII nachzuahmen).
Sowas kann unmöglich bei EINER Farbmischung auf EINEM und DEMGLEICHEN Bogen erfolgen, der nur in einem Druckgang einfärbig gedruckt wurde!
Die Grundfarben werden von der Druckmaschine grundlegend gemischt!
Sehr wohl aber können Töne entstehen, d.h. nur Helligkeitsunterschiede einer und derselben Farbe. Dazu noch weiter unten.

Mögliche Erklärungen:

Phantasieerklärung: Die Farbpigmentverteilung erfolgte nicht sorgsam…, was zwar zur gewissen Unterschieden führen könnte, aber da wohl ein Lottosechser wäre viel wahrscheinlicher, dass sich die Farbpigmente extra wie ganz perfekt speziell nur auf bestimmte Felder der Marken gleichmäßig einordnen!

Wahrscheinlicher: Unterschiedliche Farbtönung erfolgt aufgrund von Abnutzungserscheinungen auf den im Druckteilen (Zylinder, Gummi…) bestehenden Unebenheiten, wonach die Farbgebung (Auftrag) unterschiedlich zu Wirkung kommt. …

Beste Sammlergrüße!


Gruss, Rein
29.10.11, 18:40:45

hk94

Diese Papierlaufrichtung ist identisch mit dem SBZ- Wasserzeichen X bei SBZ Y-Wasserzeichen hat man die waagerechte Struktur. Ist eigentlich ein nettes Sammelgebiet wären da nicht die Grenzfarben.
02.11.11, 19:33:26

Jurek


- Sehe auch DORT.
02.02.12, 19:15:21

Jurek

Ein anderes Thema:
Ich bin gespannt auf die Antwort des Händlers dieses eBay-Artikels: 260760846680, den ich angeschrieben habe.
Der meint, dass sich hierbei um eine „c“-Farbe handelt.
Abgesehen davon, dass diese Farbe aus MICHEL gestrichen wurde.., schaut die gar nicht so sehr nach „c“ aus!
„c“-Farbe ist wirklich schwarz! (Habe in meiner Vergleichssammlung einst BPP geprüfte!). Auch „b“-Vergleichsfarben BPP-geprüft!
Auf dem Bild sieht man eher auch die einst seiende „b“ Farbe, wenn ich das Bild auch mit dem Klebestreifen des Taschenunterrandes vergleiche, wie dort schwarz wiedergegeben wird …
Da wird von einem Händler „mit Top-Bewertung“(!) was ungeprüft für 100 Euro angeboten, was m. E. so einen Betrug darstellt!
Dateianhang:

 vermeintliche c-Farbe.jpg (21.56 KByte | 4 mal heruntergeladen | 86.22 KByte Traffic)

03.02.12, 11:00:16

Jurek

Ich denke, dass ich die Antwort hier reinstellen kann, da sie als allg. Info zu dem öffentlichen Angebot ist und keine persönlichen „Geheimnisse“ verrät:
Zitat:
Diese Marke stammt aus einer großen Sammlung die detailliert beschrieben und mit Vergleichsstücken bestückt war.
Leider haben wir kein Prüfung.

-kniffka-philatelie

Arm, wer 100 Euro bei so einem Händler dafür ausgibt. =[meine persönliche Meinung dazu].
SS! = „Selber schuld“!? …
 
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